keyboard_arrow_up
Tipps und Tricks für das Anschreiben
Ein Anschreiben dient dazu, das Interesse des Personalers zu wecken, einen Einblick über die eignen Soft Skills und Kompetenzen zu geben und einen Bezug zwischen Ihrem Werdegang und dem angepeilten Job herzustellen. Als aller erstes sollten Sie die Stellenanzeige gründlich lesen und analysieren. Arbeiten Sie die Aufgaben, Voraussetzungen und Qualifikationen eines zukünftigen Mitarbeiters heraus, sowie das worauf das Unternehmen besonderen Wert legt. Im Kern besteht der Aufbau eines Anschreibens stets aus diesen vier Teilen:
Anschreiben
1.) Einleitung
  • Hier geht es vor allem darum das Interesse des Personalers zu wecken. Idealerweise beginnt Ihr Anschreiben mit einem Knall, Ihrer Motivation für diesen Job, Ihrem stärksten Argument und einem originellen Satz. Lassen Sie dabei kurz und subtil einfließen, dass Sie sich mit dem Unternehmen, seinen Produkten, seiner Kultur bereits intensiv beschäftigt haben, indem Sie etwa ein paar aktuelle Zahlen zitieren, auf ein kürzlich publiziertes Interview des CEO oder das neueste Produkt eingehen. Das schmeichelt jedem Personaler. Die Betonung hierbei liegt allerdings auf kurz und subtil. Mehr als drei bis vier Zeilen haben Sie nicht.
  • Den ersten Satz können Sie bereits nutzen, um deutlich zu machen, dass Sie die geforderten Qualifikationen mitbringen.

2.) Hauptteil
  • Er dient dem Eigenmarketing und der Darstellung Ihrer Soft Skills. Hier macht der Bewerber klar, welche Stärken, Erfahrungen und Kompetenzen er oder sie mitbringt. Wichtig ist hierbei, dass Sie nicht alles aufzählen, was Sie können, sondern nur das auswählen, was zu dem Job passt, auf den Sie sich bewerben.
  • Es besteht die Möglichkeit, die geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten in Form einer Aufzählung aufzulisten. Das spart noch einmal Platz und ein Anschreiben muss nicht zwingend nur aus einem Fließtext bestehen.
  • Benutzen Sie vor allem die sogenannten Keywords aus der Anzeige. Auf diese achten Personaler besonders. Dank der vorangegangenen Analyse der Stellenanzeige fällt das auch nicht schwer. Beginnen Sie also mit den explizit geforderten Qualifikationen, gefolgt von den zusätzlichen Qualifikationen die Sie noch mitbringen.
3.) Unternehmensbezug
  • Hier stellen Sie eine Verbindung zwischen sich und Ihrem zukünftigen Arbeitgeber her und begründen den einzigartige Mehrwert den Sie und ihre Kompetenzen in der gewünschten Stelle schaffen. Es geht also darum, einen Bezug zwischen Ihrem Werdegang und dem angepeilten Job herzustellen.
4.) Schlussteil:
  • Am Ende können Sie sich für das Interesse bedanken, nennen - falls verlangt - Gehaltsvorstellungen und frühestmöglichen Eintrittstermin und stellen heraus, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen.
  • Als Faustregel aber können Sie sich merken, das aktuelle Gehalt zu nehmen und circa 10 Prozent aufzuschlagen. Das Ganze ist allerdings abhängig von der Branche und Region, in der das Zielunternehmen sitzt. Auf dem Land wird weniger gezahlt als in der Stadt, und das Zielgehalt sollte branchenüblich sein.
  • Was den frühesten Eintrittstermin anbelangt, so sollten Sie hier die Kündigungsfristen in Ihrem aktuellen Arbeitsvertrag beachten. Auch hier gilt die Faustregel: Länger als drei Monate wartet kein neuer Arbeitgeber auf eine Besetzung.
  • Falls es Lücken in Ihrem Lebenslauf gibt, etwa eine mehrmonatige Auszeit oder eine längere Arbeitslosigkeit, dann sollten Sie das ebenfalls im Bewerbungsanschreiben kurz erwähnen. Im Anschreiben stellen Sie kurz, die Unterbrechungen, Kündigungen oder die häufigen Jobwechsel der Vergangenheit dar und erklären diese.
  • Der größte Bewerbungsfehler, den Sie im Schlussteil machen können, ist der Konjunktiv (bsp.: “Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.") Der Konjunktiv schwächt den Satz ab. Zwar klingen solche Sätze sympathisch und bescheiden. Im Schlusssatz aber macht er aus dem bestimmten Wunsch eine vage Möglichkeit und zieht Ihren Glauben an Ihrer Eignung Zweifel. Das wirkt unsicher und macht kleiner.
  • Nutzen Sie lieber den Trick mit dem Call-to-action: Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die zeigen, wenn man seine Leser explizit dazu auffordert, einen Artikel weiterzuleiten, zu empfehlen oder zu kommentieren, dann steigt eben diese Empfehlungs- oder Kommentar Rate um ein Vielfaches an. Dieser Trick kann also auch sehr gut im Anschreiben angewendet werden. Beispielsweise:
  • a. "Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch." b. "Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung." c. "Wenn Sie einen kompetenten, zuverlässigen und belastbaren Mitarbeiter suchen, dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch."
  • Auch der frühestmögliche Eintrittstermin kann genannt werden mit diesem Prinzip genannt werden: Bsp.: "Ich kann Ihnen schon einmal zusagen, bei Ihnen am xx. Oktober die Stelle anzutreten."
Anschreiben: Formalia, Vorschriften
Das sind einige Grundregeln für die Formalia und Vorschriften
  • Berufseinsteiger sollten nie mehr als eine Seite schreiben. Berufserfahrene, dürfen auch ein zweiseitiges Anschreiben verfassen. Trotzdem sollte es kompakt sein.
  • Die Blätter haben keine Flecken, Knicke, Eselsohren. Der Druck ist scharf und verwischt nicht (Laserdruck ist am besten).
  • Verwenden Sie keine ausgefallenen Schnörkelschriften, sondern gut lesbare Schriftarten wie zum Beispiel: Helvetica, Verdana, Times oder Georgia zurückgreifen.
  • Die Schriftgröße sollte lesefreundlich sein. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen – wie die Times oder Verdana. Die sind besonders gut bei längeren Texten lesbar. Überschriften können auch gerne gefettet sein. Hierfür eignen sich eher groteske Schrifttypen ohne Serifen – wie die Arial oder Helvetica.
  • Einzüge, Linien und Abstände sollten auf sämtlichen Seiten einheitlich sein. Die Bewerbung wirkt sonst unübersichtlich und zusammengewürfelt. Ein eineinhalbzeiliger Zeilenabstand hat sich bewährt.
  • Vermeiden Sie Schachtel- oder zu viele Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen und verwenden sie kurze Hauptsätze. Ebenso Verben statt Adjektive. Vermeiden Sie außerdem verquaste Hauptwörter, die auf -ung, -heit oder -keit enden. Diese lassen sich immer durch entsprechende Verben ersetzen.
  • Auch wenn wir Ihnen oben schon einige Muster und Vorlagen zur Verfügung gestellt haben: Schreiben Sie jede Bewerbung trotzdem individuell und nie komplett aus Ratgebern einfach ab. Die lesen auch Personaler - und erkennen darin geistige Faulheit und Plagiate.
  • Ein vorweggenommener Lebenslauf bereits im Bewerbungsanschreiben wäre fehl am Platz. Zudem sollten Sie alles weglassen, was für die ausgeschriebene Stelle nicht relevant ist. Das spart bereits viel Platz und dem Leser Zeit. Oder wie es mal ein Chefredakteur formuliert hat: Jedes gestrichene Wort ist für den Leser eine Erleichterung.